Besatzung, Kollaboration und Massenverbrechen
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Beschreibung
Der Holocaust hatte den Charakter eines arbeitsteiligen Massenverbrechens, das auf der Mitwirkung vieler Menschen beruhte. Zwischen Besatzern und Vichy-Regierung herrschte eine faktische Machtteilung, über die Beteiligung der französischen Polizei und der zuständigen Verwaltungsstellen wurde ständig verhandelt. Die privilegierte politische Stellung, welche die Vichy-Regierung der Kirche eingeräumt hatte, engte den »Spielraum der Kollaboration« ein.Im Verhältnis von Reziprozität und Moral wird deutlich, dass das moralische Urteil eine notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung der Verhinderung oder Einschränkung des Massenverbrechens ist. Hinzutreten müssen »Transmitter der Macht«, die auf die Motive der Schlüsselgruppe der Mittäter einwirken, indem sie moralische Kosten in politische Kosten in Form abnehmender Legitimation und politischer Stützung überführen. von Seibel, Wolfgang
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Über den Autor
Wolfgang Seibel (*1953) ist seit 1990 Professor für Innenpolitik und öffentliche Verwaltung an der Universität Konstanz.
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