
Berufsgenossenschaften und Europarecht
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Beschreibung
Bezugnehmend auf die RS Kattner ist zu fragen: Sind die Berufsgenossenschaften Unternehmen im Sinne der Art. 101 und 102 AEUV? Sie können es im funktionellen Sinne sein oder werden, wenn eine Marktöffnung des Monopols (Aufgabenprivatisierung) vorgenommen wird. Das ist "technisch" möglich, führt aber infolge von Marktversagen und der Unfähigkeit des Marktes, solidarischen Sozialschutz zu organisieren, zu gesellschaftlich unerwünschten Marktergebnissen. Ein Verstoß gegenüber der Dienstleistungsfreiheit im Binnenmarkt (gemäß Art. 56 und 57 AEUV) mag a) entweder nicht vorliegen oder b) vorliegen, aber u. a. mit Blick auf ein Verhältnismäßigkeitsgebot begründbar und daher zulässig sein. Das Hauptergebnis der Analyse ist: Die gesetzliche Unfallversicherung geht nicht über das Ziel einer solidarischen Finanzierung der sozialen Sicherheit hinaus und erfüllt nur Sozialversicherungsaufgaben. Als zentrale Ergebnisse der Analyse wäre zu betonen: Die Wahl dieser Solidarordnung verlangt die Monopolbildung. Der Lastenausgleich zwischen den Berufsgenossenschaften ist in einem System gewinnorientierter privater Versicherungsanbieter durch Privatisierung im Sinne der Marktöffnung nicht möglich und würde so das finanzielle Gleichgewicht des berufsgenossenschaftlichen Systems untergraben. Derartige Marktöffnungen wären mit Risikoselektionen verbunden, die die Konstruktionslogik des Systems nicht nur gefährden, sondern erodieren würden. Hierbei entstehen Probleme der Versicherbarkeit schlechter Risiken. Private Versicherungen sind ferner nicht billiger, werfen höhere Verwaltungskosten auf, und zusätzlich treten neue Transaktionskosten im Vergleich zum berufsgenossenschaftlichen Monopol auf, die volkswirtschaftlich Wohlfahrtsverluste darstellen. Es ist eine Fehleinschätzung, a priori zu behaupten, privatwirtschaftliche Arrangements seien effizienter als öffentliche Monopole.
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Über den Autor
Frank Schulz-Nieswandt, Sozialwissenschaftler; Univ.-Professur für Sozialpolitik, Methoden der qualitativen Sozialforschung und Genossenschaftswesen im Institut für Soziologie und Sozialpsychologie (ISS) an der Universität zu Köln, dort: Studiendekan; Hon
- Hardcover -
- Erschienen 2018
- C.H.Beck
- Kartoniert
- 570 Seiten
- Erschienen 2019
- C.H.Beck
- hardcover
- 1094 Seiten
- Erschienen 2000
- C.H. Beck Verlag
- Kartoniert
- 249 Seiten
- Erschienen 2018
- Vahlen
- hardcover
- 1866 Seiten
- Erschienen 2025
- C.H.Beck
- Hardcover -
- Erschienen 2014
- Mohr Siebeck
- Gebunden
- 2370 Seiten
- Erschienen 2019
- Nomos
- paperback
- 584 Seiten
- Erschienen 2013
- Nomos
- Kartoniert
- 588 Seiten
- Erschienen 2021
- C.H.Beck
- Gebunden
- 1279 Seiten
- Erschienen 2016
- C.H.Beck
- Gebunden
- 1111 Seiten
- Erschienen 2021
- C.H.Beck
- paperback
- 401 Seiten
- Erschienen 2005
- Mohr Siebeck
- paperback
- 246 Seiten
- Erschienen 2023
- Mohr Siebeck
- Gebunden
- 721 Seiten
- Erschienen 2008
- Springer
- paperback
- 1006 Seiten
- Erschienen 2012
- Kluwer Law International
- Gebunden
- 3228 Seiten
- Erschienen 2022
- Bund-Verlag
- paperback
- 533 Seiten
- Erschienen 2023
- Nomos