Musikwissenschaft und Rassenforschung im Nationalsozialismus
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Beschreibung
Durch ihre Verstrickungen mit dem NS-Regime wurden die Geisteswissenschaften nicht nur moralisch diskreditiert, sondern auch in ihrer wissenschaftlichen Integrität beschädigt. Die Öffnung gegenüber völkischen Irrationalismen erzwang die Aufgabe akademischer Standards, denn Fakten wurden vielfach durch gefühlte Wahrheiten ersetzt. Auch die Musikwissenschaft reagierte auf das von der Politik propagierte Verständnis des Nationalsozialismus als »angewandte Rassenkunde«, wobei man sich bei der Hierarchisierung der Menschheit selbst an die Spitze setzte. Einige Musikwissenschaftler verlegten sich auf antisemitische Diffamierungen, aber in den Mittelpunkt des Fachdiskurses rückte die Suche nach musikalischen Äquivalenten für die vermeintlich konstanten leiblich-seelischen Eigenheiten der »nordischen Rasse«. Dies war verbunden mit der Frage nach dem Deutschen in der Musik, ohne völlig deckungsgleich zu sein, da die konsequente Anwendung der Theorien auch etliche Heroen der deutschen Geschichte als »rassisch« fragwürdig erscheinen ließ. Die von Widersprüchlichkeiten und methodischen Inkonsequenzen begleitete Suche nach überzeitlichen Wesensmerkmalen der Musik von germanischer Vorzeit bis in die Gegenwart erfasste weite Teile der Musikwissenschaft. Die Bereitschaft, sich dem Regime anzudienen, war groß, aber die Tiefe der Durchdringung der Texte fiel höchst unterschiedlich aus: Einige Autoren banden lediglich opportune Schlagworte ein, andere übernahmen die vornehmlich intuitive Betrachtungsweise modischer Rassenlehren, wieder andere stellten eingehende Überlegungen zur Professionalisierung des Bereichs an. von Werr, Sebastian
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Über den Autor
Sebastian Werr studierte Musikwissenschaft in Berlin und Mailand, anschließend promovierte und habilitierte er sich an der Universität Bayreuth. Er war in Forschung und Lehre an Hochschulen in Bayreuth, Bern, München und Regensburg tätig und ist zurzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter der Handschriftenabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek München. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der Oper vom 17. bis zum 20. Jahrhundert, der Geschichte und historischen Aufführungspraxis der Holzblasinstrumente, der Musik im Nationalsozialismus sowie der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte von Musik.
- Kartoniert
- 68 Seiten
- Erschienen 2021
- Groos, Julius
- Gebunden
- 537 Seiten
- Erschienen 2020
- Böhlau Köln
- hardcover
- 380 Seiten
- Erschienen 2015
- Brill Deutschland GmbH
- Kartoniert
- 255 Seiten
- Erschienen 2014
- Wallstein Verlag
- Kartoniert
- 301 Seiten
- Erschienen 2022
- Nomos
- Kartoniert
- 563 Seiten
- Erschienen 2014
- Suhrkamp Verlag
- perfect
- 344 Seiten
- Erschienen 1996
- Nomos
- Gebunden
- 376 Seiten
- Erschienen 2021
- Brill Deutschland GmbH
- Kartoniert
- 220 Seiten
- Erschienen 2005
- Chronos
- Kartoniert
- 304 Seiten
- Erschienen 2022
- Georg Olms Verlag
- Kartoniert
- 238 Seiten
- Erschienen 2008
- Wochenschau Verlag
- Gebunden
- 992 Seiten
- Erschienen 2019
- W. Kohlhammer GmbH
- Kartoniert
- 270 Seiten
- Erschienen 2009
- Wallstein




