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Sprachästhetik (Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie (OBST))

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Kurzinformation
Sprache:
Deutsch
ISBN:
9783924110765
Seitenzahl:
190
Auflage:
-
Erschienen:
2009-09-01
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Beschreibung

Sprachästhetik (Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie (OBST))

Eine Auseinandersetzung mit Ästhetik gerät in ein Spannungsnetz, das – beim Wort beginnend – sich aufspannt zwischen anerkannt Schönem einschließlich aller absichtsvollen Antiformen und der Wahrnehmung, der „aisthesis“; ein Netz, das sich aufspannt zwischen der Illusion eines individuellen Geschmacks und dem gesellschaftlichen Druck, was als gut und schön zu gelten habe; das sich aufspannt zwischen einer Objektorientierung und einer Rezeptionsorientierung, zu der der Schaffende im Augenblick kritischer Distanznahme im Schaffensprozess hinzuzunehmen ist; das sich aufspannt zwischen Natürlichkeit und Künstlichkeit, zwischen Dynamik und Statik; das sich aufspannt zwischen verschiedenen Bildungsschichten, Ethnien und Begabungen. (.) Der Titel dieses Heftes ist folglich nicht einfach zu verstehen, sondern auf drei Ebenen: Sprachästhetik bezieht sich zum ersten auf bewusst gewollte und mithin so gestaltete Sprache. Das Gestaltete in der Sprache ist Thema, also nicht beliebige parole, auch nicht nur zweckorientierte Äußerung, sondern Sprachform, die für sich in ihrer Gestaltetheit ebenso steht wie sie in irgendeiner spezifischen Weise ein aptum zu ihrem Gegenstand ist – dies kann es auch im ethisch negativen Sinne sein. Damit ergeben sich mittelbar auch Fragen in Bezug auf das System Sprache, auf die langue, nämlich inwieweit das Gestalthafte in der Sprache selbst als schon angelegt erscheint bzw. inwieweit es der Gestaltungswille der Schreibenden/Redenden und/oder der Lesenden/Hörenden ist; ja darüber hinaus fragt sich, inwieweit ästhetisch gestaltete Sprache arbiträre Konvention in verschiedenen historischen, soziokulturellen Gruppen ist, oder inwieweit sie überzeitlich und transkulturell ist. Letztgültige Antworten darf es auf solche Fragen nicht geben, da es wesentlicher ist, sie zu stellen und dem Bewusstsein (wieder einmal) zugänglich zu machen. Antworten in diesem Bereich sind Versuche, die nicht letzte Gültigkeit anstreben; sie wollen nicht die Dynamik einschränken, derer die Auseinandersetzung mit und um Ästhetisches bedarf.Sprachästhetik meint auf einer zweiten Ebene nicht nur die Sprache selbst, sondern das sprachliche „Objekt“ als Ganzes, das formal sinnliche und kognitive Aufmerksamkeit auf sich zieht. Häufig ist dieses Objekt in einen literarischen Kanon eingeschrieben, und so stellt sich auf dieser Objektebene die Frage nach dem Faszinierenden am Faszinosum. Das bedeutet nichts anders als die Akzeptanz des Kanonischen als identitätsstiftend und Kritik fordernd im Sinne einer soziokulturellen Fortschreibung: Ist das Objekt noch faszinierend, oder ist es einzig museal? Auch diese Art der Fragen kann nicht allgemein oder gar gültig beantwortet werden, zeigt sich doch, dass selbst kanonische Texte, die prima vista museal erscheinen, bei näherer Beobachtung wieder ihr ästhetisches Leben entfalten. – Der Rezipient wird mithin immer wieder auf sich, seine Wahrnehmungsfähigkeit und seine Arbeit am Text, letztlich also auch auf seine Sprachsensibilität zurückgeworfen.Auf einer dritten Ebene interessiert gewissermaßen die „Sache“, die dem sprachlichen Objekt zugrunde liegt. Es muss interessieren, welche Gegenstände, Ereignisse, Prozesse eine Sprachanstrengung bzw. eine Sprachlust evozieren, die selbst schön bzw. in unverwechselbarer Weise passend, stimmig sind. Mit anderen Worten, Sprachästhetik meint den Blick auf die Redeweisen über ästhetische Gegenstände. – Alles Benennen, alles Formulieren ist qualifizierende, wertende Sprachhandlung – freilich unter der Maßgabe sprachlicher Bewusstheit und sprachlichen Wissens. Insofern ist nicht darum herumzukommen, dass die ästhetische Ontogenese sozial virulent bleibt, und zwar auch durchaus in der Weise, dass sich fragt, wie Schule als Institution und Medien als artikulierende, oft auch modische Konventionsstifter die Öffnung für das (Sprach-)Ästhetische bewirken und entfalten – oder in verflachender Weise ins Gegenteil verkehren. Wer sich an solches Gebiet und an solche Fragen heranmacht, wird notwendigerweise interdisziplinär, ja es heben sich Schranken zwischen den Disziplinen Literaturwissenschaft und Linguistik, aber auch Schranken zwischen Sprachen – dem Deutschen und dem Arabischen hier in diesem Heft – ein Stück weit auf. – Mit anderen Worten, natürlich ist ein Heft „Sprachästhetik“ ein Wagnis, und die, die sich darauf eingelassen haben, wussten, dass Wagnisse einen oder mehrere offene Ausgänge haben, oft aber auch in Ummauerungen oder in Wüsteneien enden.Sprache als mögliches Ästhetikon in ihrer Gestaltetheit findet allzu selten linguistisches Interesse, und die Rede über sprachliche Gestaltung wird gemeinhin der Literaturwissenschaft und in deren Folge den Feuilletons überlassen. - Die Künste Musik und Malerei hingegen verfügen offensichtlich bereits über eine längere und besser ausformulierte Tradition, um innerfachlich über Zeichenkonstellationen und deren Effekte zu reden. So gibt es z.?B. eine „musikalische Rhetorik“ und ein Wissen darüber, das selbstb

Produktdetails

Einband:
paperback
Seitenzahl:
190
Erschienen:
2009-09-01
Sprache:
Deutsch
EAN:
9783924110765
ISBN:
9783924110765
Gewicht:
285 g
Auflage:
-
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