Das System der Verkennung
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Beschreibung
Christa Wolf hat, auf den ersten Blick, in ihrem Roman Medea. Stimmen die Kernelemente des Mythos umgekehrt. Hier ist Medea nicht die Rasende, die aus Eifersucht ihre Kinder und ihre Rivalin Glauke ermordet. In Wolfs Fassung werden der kolchischen Königstochter in einem machtpolitisch motivierten Intrigenspiel diese Verbrechen lediglich nachgesagt. Medea wird zur Kindsmörderin ,gemacht', sie muss eine Sündenbockrolle und somit die Verantwortung für die Fehlleistungen der politischen Machthaber in Korinth übernehmen. Dieser gesamte Prozess lässt sich als ein System der Verkennung beschreiben, der Sündenbockmechanismus generiert den Mythos der kindsmordenden Furie, als die uns Medea in den zahlreichen Überlieferungen des Stoffes begegnet. Nach einer Diskussion literaturwissenschaftlicher Mythosforschung gilt es, dieses System und die daraus resultierende textimmanente Mythengenese in einem methodischen Dreischritt (Foucault, Girard, Lotman) zu analysieren, um von diesem Ausgangspunkt aus zu weiterführenden Fragestellungen zu gelangen, die nicht nur die politische Diskussion um Christa Wolf betreffen, sondern auch das Gesamtwerk der Autorin in den Fokus rücken. von Beyer, Martin
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Über den Autor
Martin Beyer, geb. 1976, Studium der Germanistik und Philosophie in Bamberg. Promotion 2005 bei Professor Dr. Wulf Segebrecht mit vorliegender Arbeit. Seit 2002 Lehrbeauftragter in Bamberg, vier literarische Buchveröffentlichungen.
- Kartoniert
- 334 Seiten
- Erschienen 2022
- Suhrkamp Verlag
- paperback
- 336 Seiten
- Erschienen 1985
- Springer
- Audio-CD -
- Erschienen 2013
- ABOD
- paperback
- 288 Seiten
- Erschienen 2013
- Springer
- hardcover
- 224 Seiten
- Erschienen 2014
- Oxford University Press(UK)
- MP3 -
- Erschienen 2013
- der Hörverlag
- Taschenbuch
- 352 Seiten
- Erschienen 1991
- Westview Press
- hardcover
- 144 Seiten
- Erschienen 1998
- Staackmann, L




