
Sadismus mit und ohne Sade
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Beschreibung
Wie konnten Menschen tun, was sie ihresgleichen in den ungeheuren Gewaltgeschichten der Moderne angetan haben? Iris Därmann findet eine Antwort in der zentralen Rolle einer historisch neuen Gewaltlust. In der transatlantischen Versklavung verband sich diese Lust an der Gewalt unauflöslich mit der Folter der Auspeitschung. Der Marquis de Sade war über die Zustände in den französischen Kolonien nicht nur gut unterrichtet, er hat die koloniale Gewaltlust auch literarisch sichtbar gemacht und in pornografische Praktiken verwandelt, die auf die Aufhebung der Sklaverei zielten. In Därmanns Analyse kommt Sade daher eine Schlüsselstellung zu: Sadismus ist in dieser Perspektive eine organisierte Gewaltpraxis, ein pornografisches Genre und ein kolonialrassistischer Gebrauch der Lüste. Gegen den verharmlosenden Versuch der Sexualwissenschaften des späten 19. Jahrhunderts, »Sadismus« auf die »Perversion« von Einzeltätern zu reduzieren, untersucht Därmann augenöffnend das gezielte Wiederaufgreifen der Peitschenfolter bei der Kolonisierung Afrikas und der Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden; sie gibt dabei insbesondere jenen Raum, die der sadistischen Gewalt ausgesetzt waren, sie hellsichtig diagnostiziert und sich ihr widersetzt haben. Seit den 1930er-Jahren wurde Sadismus so auch zu einer kritischen Kategorie: Aimé Césaire, Frantz Fanon, Jean Améry, Georges Bataille und Pierre Klossowski fanden zurück zu Sades radikalpolitischem Projekt und stellten sich ihm zugleich bei der Suche nach einem anderen Begehren entgegen, das den menschlichen Körper nicht zur sadistischen Beute macht. von Därmann, Iris
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Über den Autor
- Kartoniert
- 146 Seiten
- Erschienen 2016
- Psychosozial-Verlag
- Gebunden
- 256 Seiten
- Erschienen 2008
- Hier und Jetzt
- Hardcover
- 160 Seiten
- Erschienen 2015
- Springer
- paperback
- 179 Seiten
- Erschienen 2008
- Ergon
- Taschenbuch
- 244 Seiten
- Erschienen 1986
- Nexus
- hardcover
- 256 Seiten
- Erschienen 2004
- Matthes & Seitz Berlin
- Hardcover
- 180 Seiten
- Erschienen 2018
- Polity Press
- Gebunden
- 475 Seiten
- Erschienen 2013
- Hogrefe AG
- Kartoniert
- 274 Seiten
- Erschienen 2011
- Meiga