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Phantastische Gesellschaft: Gespräche über falsche und imaginierte Familiengeschichten zur NS-Verfolgung
Kurzinformation
Sprache:
Deutsch
ISBN:
395808348X
Verlag:
Seitenzahl:
292
Auflage:
-
Erschienen:
2022-04-28
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Beschreibung

Phantastische Gesellschaft: Gespräche über falsche und imaginierte Familiengeschichten zur NS-Verfolgung
Gespräche über falsche und imaginierte Familiengeschichten zur NS-Verfolgung

Immer wieder werden in der Öffentlichkeit Fälschungen, Betrugsfälle und imaginierte Geschichten diskutiert, die im Zusammenhang mit der Shoah und dem Zweiten Weltkrieg wie auch der Erinnerung daran stehen. Meist inszenieren sich dabei christliche Deutsche öffentlich mit Familiengeschichten jüdischer Verfolgter und führen diese teils als Legitimation und Grundlage ihres politischen Handelns an. Ihnen begegnet ein Publikum, das die Geschichten bereitwillig rezipiert. In neun Gesprächen mit Personen unterschiedlicher Expertisen und Erfahrungen fragen Clemens Böckmann und Johannes Spohr nach den Voraussetzungen und Motivationen dieses Phänomens. Woher kommt das Bedürfnis, sich auf diese Weise mit den Opfern der Shoah zu identifizieren? Welche Rollen werden Opfern und Täter*innen gesellschaftlich zugewiesen? Sind dies die Auswirkungen und Folgen der ‚Erinnerungsweltmeisterschaft‘? Was bedeutet dies für den Umgang mit Zeitzeugenschaft? Wo liegen Grenzen einer faktenbasierten Erzählung, wo beginnt die Fiktion? Die Vielfältigkeit der Ansätze, die zur Einordnung des Phänomens und der damit einhergehenden Fragen beitragen, drückt sich in der Diversität der Gesprächspartner*innen aus. Neben der Geschichtswissenschaft stammen diese unter anderem aus den Bereichen des Journalismus und der Medizin (Psychiatrie) wie auch der Literaturwissenschaft und Jüdischen Studien. Der Band schließt mit einem Essay, in dem die Herausgeber auf Grundlage der Gespräche Rückschlüsse auf das Täter-Opfer-Verhältnis im postnazistischen Deutschland ziehen und die Differenz von opferzentrierter und opferidentifizierender Erinnerung diskutieren. Der Umgang mit dem Erbe des Nationalsozialismus bleibt auch im 21. Jahrhundert eine gesellschaftliche Herausforderung. Falsche oder imaginierte Geschichten – Karikaturen der gesellschaftlichen Mehrheit – eröffnen dabei einen Blick auf das Verhältnis der Gesellschaften im deutschsprachigen Raum zur NS-Vergangenheit. Gespräche mit Rosa Fava, Daniela Henke, Angelika Laumer, Ludwig Lugmeier, Stefan Mächler, Miriam Rürup, Barbara Steiner, Hans Stoffels und Efraim Zuroff, ergänzt um einen Beitrag von Miklós Klaus Rózsa und einen Essay der Herausgeber.

Produktdetails

Einband:
Kartoniert
Seitenzahl:
292
Erschienen:
2022-04-28
Sprache:
Deutsch
EAN:
9783958083486
ISBN:
395808348X
Verlag:
Gewicht:
440 g
Auflage:
-
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Über den Autor

Clemens Böckmann studierte in Hildesheim, Kiel, Leipzig, Lissabon und Tel Aviv. 2018 machte er seinen Masterabschluss im Bereich Sprache und Gestalt bei Prof. Oswald Egger an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. Seitdem lebt und arbeitet er als Autor, Veranstalter und Herausgeber in Leipzig. Gegenwärtig forscht er zu den Möglichkeiten biografischen Erzählens. Johannes Spohr lebt als freier Historiker in Berlin. Er promovierte an der Universität Hamburg zur Ukraine in der Zeit des Rückzugs der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg (Die Ukraine 1943/44. Loyalitäten und Gewalt im Kontext der Kriegswende, Metropol 2021). Das Thema biografischer Erfindungen im Kontext der Shoah beschäftigt ihn, seitdem Teile einer Dokumentation, die von ihm herausgegeben wurde, sich im Jahr 2018 als falsch erwiesen (Verheerende Bilanz: Der Antisemitismus der Linken. Klaus Rózsa und Wolfgang Seibert zwischen Abkehr, kritischer Distanz und Aktivismus, Neofelis 2017). Auch im beruflichen Alltag ist Johannes Spohr mit dem Abgleich erzählter und faktisch belegbarer Familiengeschichten befasst: Seit 2020 betreibt er einen Recherchedienst (present-past.net) zum Nationalsozialismus in Familie und Gesellschaft.


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