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Die Erzburg 1211: In der Fremde

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Kurzinformation
Sprache:
Deutsch
ISBN:
9783982534060
Seitenzahl:
651
Auflage:
-
Erschienen:
2024-08-29
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Beschreibung

Die Erzburg 1211: In der Fremde

„Tötet sie alle! Gott wird die Seinen schon erkennen! Jede Widerstand leistende Feste, jede aufsässige Stadt, jedes Dorf und jeder Weiler wird mit Gewalt genommen und dem Erdboden gleichgemacht. Kein Leben soll verschont werden, nicht mal das eines Säuglings. Abt Arnold Amalrich Lest die obigen Zeilen mit Bedacht, denn sie sind mit Roms Segen. Solltet ihr euch dennoch anschließen wollen, dann seid willkommen und ich will euch fürderhin einen Freund nennen, Fremder. Die Templer, der heilige Stuhl und auch die Gefolgsleute der Welfen sind uns auf den Fersen... Wie herbeigerufene teuflische Dämonen tauchten sie plötzlich von überall her auf. Adalher und Murat war nun klar, dass ihre Wagenburg das eigentliche Angriffsziel war. „Hinter dir!“, schrie Adalher. Murat fuhr herum und schoss, der Pfeil schlug in den offenen Mund des Gegners, der wie von einer unsichtbaren Faust getroffen zurückgerissen wurde. Sie kamen von allen Seiten. Adalher erinnerte das Szenario an hungrige Ratten, die wehrlose Beute ausgemacht hatten und blitzschnell darauf zu schossen. Einzig das gierige Fiepen fehlte, dafür hallten jedoch zunehmend näherkommende Pfiffe durch die Nacht. Adalher jagte einen Pfeil nach dem anderen von der Sehne, bis er schließlich eingekreist war. Reflexartig rammte er einem Angreifer das spitze Bogenende in den ungeschützten Hals. Aus der tiefen, hässlichen Wunde quoll augenblicklich Blut. Von Todesangst gepackt, versuchte der Plünderer, mit beiden Händen verzweifelt die Blutung zu stoppen, während in seinen Augen zu lesen war, dass er mit jedem Atemzug der Hölle einen Schritt näherkam. Adalher verschwendete keine Gedanken an den krepierenden Krieger und trat seinem nächsten Gegner wuchtig in den Unterleib. Ohne nachzudenken, schwang er anschließend den Bogen wie einen Prügel. Schmerzlich getroffen sanken weitere Diebe stöhnend in die Knie. Mit einem raschen Schulterblick erkannte er, dass die Anzahl der Gegner nun übermächtig war. Denn auch seinem Freund Murat standen drei Marodeure gegenüber. Eilig schleuderte er seinen Bogen zur Seite. So wirkungsvoll diese Waffe auf lange Distanz war, so wenig nützlich war sie im Nahkampf. Schnell lagen tödliche Klingen in seinen Händen. Endres hatte ihm einige Tricks und Finten gezeigt, doch letztendlich war er nur ein Kaufmann, der mit dem Schwert etwas besser umgehen konnte als viele seines Standes. Er parierte gerade einen gegnerischen Hieb, als er einen stechenden Schmerz an seinem Rücken spürte - einer der Fötzel hatte ihn erwischt. Vielleicht war sein Urteilsvermögen getrübt, aber es schien ihm, als würden ihre eigenen Söldner immer mehr von den Wagen zurückgedrängt. Gott sei Dank, hatten sie die Zugtiere in einer kleinen Schlucht, von einer starken Einheit bewacht, versteckt. So wäre es den Aasgeiern unmöglich, schnell anzuspannen und sich mit ihrer fetten Beute davonzumachen. Ohne dass sie es bemerkt hatten, kämpften die beiden Freunde nun Rücken an Rücken. „Wo bleibt Bixente?“, rief Murat, riss im letzten Moment seine beiden Schwerter hoch, als eine schwere Streitaxt auf seine gekreuzten Klingen traf und ihn bis in die Zehenspitzen erschütterte. „Steckt wahrscheinlich selbst knietief in der Scheiße!“ Adalher zog sein Schwert aus dem aufgeschlitzten Balg eines Gegners. Murat sah sich um, Tote, soweit das Auge reichte. Einige waren in die gierigen Flammen der Lagerfeuer gefallen und verbrannten zu grotesken Figuren. Eine süßlich riechende Fahne stieg ihm in die Nase, ein Geruch, den er gehofft hatte, nie mehr wahrnehmen zu müssen. Schon einmal hatte er verbranntes Menschenfleisch gerochen, ein bestialischer Gestank, der über viele Monate ekelerregend in seiner Nase steckengeblieben war. Einer ihrer Söldner sprang mit seinen schweren Lederstiefeln auf den Kopf eines am Boden liegenden Angreifers. Mit einem hässlichen Knirschen zerbarst der Schädel und breiige Hirnmasse quoll auf den Schnee.

Produktdetails

Einband:
paperback
Seitenzahl:
651
Erschienen:
2024-08-29
Sprache:
Deutsch
EAN:
9783982534060
ISBN:
9783982534060
Gewicht:
807 g
Auflage:
-
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