Nostalgie im Upside Down: Das progressive Potenzial von Nostalgie in der Retro-Serie »Stranger Things«
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Beschreibung
Nostalgie und Retro haben in der postmodernen Medienkultur Hochkonjunktur. Dazu gehören das Recyceln von Narrativen, Bildern, Sounds, Figuren und Stilistiken einer oftmals nicht weit zurückliegenden Vergangenheit. Häufig stehen Retroprodukte allerdings unter dem Verdacht, bloß oberflächliche Simulationen von Vergangenheit zu sein. Viele »Revival-Trend«-Formate bauen auf dem nostalgischen Kapital bereits erfolgreicher Vorgänger auf und präsentieren eine »gute alte Zeit«, ohne sie kritisch zu hinterfragen. Dennoch gibt es auch Filme und Fernsehserien, die ihre Rückschau auf Formate mit sozialkritischen und emanzipatorischen Potenzialen fokussieren. So zum Beispiel die erfolgreiche Netflix-Serie »Stranger Things«. Jutta Steiner argumentiert am Beispiel dieser Serie, die generations- und länderübergreifend eine wahre Nostalgiewelle unter ihrem Publikum auslöste, für eine differenziertere Betrachtungsweise des Phänomens der Nostalgie. Unter Bezugnahme auf aktuelle Forschungen zum Thema zeigt sie, dass Nostalgie verschiedene Formen des Rückblicks kennt. Sie untersucht, inwieweit Nostalgie dazu verwendet wird, um Rollenbilder, Klischees, Stereotype und Diskriminierungen fortzusetzen oder diese zu hinterfragen. Steiner analysiert das breite nostalgische Angebot von »Stranger Things« und spürt Trigger und Funktionen diverser Nostalgieformen auf. Dadurch hebt sie hervor, dass die Serie Nostalgie als kreative und progressive Ressource nutzt und durch die Neubearbeitung von Stilmitteln, Tropen und Figurenkonstellationen verschiedener Genres aus den späten 1970er und 1980er Jahren einen originären Status mit kritischem Potenzial erreicht – und ihr Publikum damit zu einer aktiven, reflektierten Auseinandersetzung auffordert.
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Über den Autor
Jutta Steiner, M.A., geb. 1992, studierte Theater-, Film- und Mediengeschichte und Deutsche Philologie in Wien. In ihren Forschungen widmet sie sich insbesondere der Interrelation von Medien, Nostalgie, Gedächtnis und Rezeption. Als Germanistin beschäftigt sie sich insbesondere mit multiperspektivischen Erzähltechniken, die in den Werken der österreichischen Autorin Melitta Breznik eine Übersetzung von transgenerationaler Weitergabe von Kriegstraumata in sprachliche Strukturen erlauben.
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