Der Zug blieb stehen - Gedächtnisprotokolle von Kriegskindern
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Beschreibung
Da saßen wir in ein langes Gespräch vertieft, wir sprachen über Trauer und Verluste. Und wie so oft in solchen Gesprächen werden ganz tief verborgene, beinahe vergessene Verluste wieder wach. Ganz beiläufig, in einem Nebensatz klang es an, zum Schluss, beim Verabschieden. Mit seltsam tonloser, kaum hörbarer Stimme sagte sie etwas von der verlorenen Heimat. Ich fragte nach. "Wir waren damals auf der Flucht von Breslau gen Westen, nach Dresden, meine Mutter und ich. Schon ein paar Züge waren übervoll ohne uns weiter gefahren. Es gab noch Züge, überfüllt mit Flüchtlingen, ohne Fahrplan, ohne wirkliches Ziel. Endlich hielt ein Zug und wir zwängten uns hinein. Und dann - der Zug blieb stehen - auf freier Strecke, es war kein Fliegeralarm, kein Angriff, scheinbar ohne Grund. Die Menschen quollen aus dem Zug und starrten auf einen riesigen Feuerschein, auf das brennende Dresden. Die Erde bebte und nicht weit hinter uns grollte die Front, bedrohlich nah." Ich erschrak, denn ich erinnerte mich: meine Mutter hatte mir die gleiche Geschichte erzählt. Es waren fast die selben Worte.
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Über den Autor
- perfect
- 176 Seiten
- Erschienen 2005
- KiWi-Köln
- Gebunden
- 224 Seiten
- Erschienen 2021
- Verlag Herder
- perfect
- 154 Seiten
- Erschienen 1981
- Interpress Warszawa 1981
- hardcover
- 496 Seiten
- Erschienen 2004
- Siedler
- hardcover
- 240 Seiten
- Erschienen 2008
- Kreuz Verlag


