Schattentänzer
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Beschreibung
Als ein Schattentänzer bewegt sich der Dichter durch Landschaften und Städte, ihre unheimlichen Geschichten überwältigen ihn, und die darin begrabene dunkle Geschichte läßt ihm keine Ruhe, 'es fehlt die Gabe zur Flucht.' 'Der Fluß habe die Steinkrankheit', erfährt er, und von den 'drei Plagen': 'Blutregen', 'Fallwind' und 'Salzblume'. Er findet Francos 'Wohnzimmer aus Stein' und überall Friedhöfe, wo 'Pioniertote' ihn erwarten 'für die Leichentramway oder pneumatische Post.' Darüber schließlich 'den beweglichen Himmel von Salamanca, / keine Leiter, kein Weltenbaum, doch Halt genug für eine Tränenschuld.' Stark, unentrinnbar sind diese Eindrücke, weil von ungeheuerlicher Sinnlichkeit: 'In den Katakomben / sind wir Auge und Ohr, nicht Zunge, nicht Neid.' Dies zu ertragen, zu überleben gelingt ihm gleichwohl, denn 'wir sind gedoppelt genug, / des nachts im Gesang, des tags im Fleisch.': In seinen Weltwanderungen nämlich bleibt der Dichter ein Troubadour, seine Verse vom Tod, dem er überall begegnet, gelten immer seinem Du, das ihn zu hören erwartet: 'Geschichte, sagst du, sind Geschichten, / die wir einander erzählen / stets anders und neu.' Und das ihn zu trösten versteht: 'Wir schaudern nicht, / wir sind gelassen wie / Schatten und Spiegel.' Eine kleine Verslehre // Wir verhandeln Todesfälle, / doch nicht den eigenen Fall. / Zu leicht die Frage, was Leben sei, / zu beliebig die Antwort: / Trost und Licht führt mancher an / nach der Lektüre eines einzigen Verses. // Wir öffnen den Schrank, / das Meer fällt heraus, / wir nennen es unser Kleid. / Andere entscheiden, / ob wir ergeben sind oder Gefahr. / Vierzehn Paar Socken machen ein Sonett / aus nichts als Farben. / Gehören nicht auch wir entdinglicht / zum Schein unserer selbst? // Wir wollen kein Tagesbericht sein, / nur dritte Hüfte, drittes Auge, / um fragen zu können, / was wir sehen, wieviel wir tragen, / unseren Fall, das Kleid, / die leise Mahnung, Männer seien Vögel, / unbeweglich über Wasser und Land, / Frauen fänden schneller / aus der Luft zum Feuer. von Kubin, Wolfgang
Produktdetails
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Über den Autor
Wolfgang Kubin, geb. 1945 in Celle, Übersetzer aus dem Chinesischen (u.a. Bei Dao, Yang Lian, Leung Ping-kwan), Essayist und Lyriker, lebt nach vielen Jahren in Berlin heute in Bonn und Wien. Im Weidle Verlag sind bereits zwei Lyrikbände von ihm erschienen: Das neue Lied von der alten Verzweiflung (2000)und Narrentürme (2002), die 2003 mit dem Literaturpreis der 1787 gegründeten Lesegesellschaft Bonn ausgezeichnet wurden, zudem Anfang 2004 seine Übersetzung der Kaffeehauslieder von Zhai Yongming.
- hardcover
- 368 Seiten
- Erschienen 1995
- Schneiderbuch
- Kartoniert
- 168 Seiten
- Erschienen 1998
- Zytglogge
- paperback
- 472 Seiten
- Erschienen 2025
- epubli
- paperback
- 40 Seiten
- Erschienen 2020
- Zauberwelt Verlag
- hardcover
- 352 Seiten
- Erschienen 2013
- Carlsen
- Kartoniert
- 180 Seiten
- Erschienen 1994
- Kappert, D
- Gebunden
- 40 Seiten
- Erschienen 2016
- vatter & vatter
- hardcover
- 32 Seiten
- Erschienen 2004
- Doubleday
- hardcover
- 593 Seiten
- Noetzel, Florian
- paperback
- 226 Seiten
- Erschienen 2011
- David Leonard




