Der jüdische Hochzeitsring aus dem Erfurter Schatz (Die Geschichte hinter dem Bild)
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Beschreibung
Das wichtigste Objekt im Erfurter Schatz, der im Keller des Museums Alte Synagoge ausgestellt wird, ist ein jüdischer Hochzeitsring. Er gehört zu einer Gruppe jüdischer Ringe mit einer bis ins Mittelalter zurückreichenden Tradition. Spätestens seit dieser Zeit war die Übergabe eines Rings ein fester Bestandteil jüdischer Hochzeiten in Aschkenas, dem mitteleuropäischen jüdischen Kulturraum. Der Ring symbolisierte den Brautpreis und war somit ein sehr wichtiger Teil des Rechtsgeschäfts, das die Ehe darstellte. Ringe mit Miniaturgebäuden als Ringkopf sind seit dem 14. Jahrhundert und bis heute gebräuchlich. Mit ihrer typisch jüdischen Formensprache, angepasst an den jeweils herrschenden Stil der Zeit und der Region, stellen diese Ringe ein einzigartiges Phänomen als jüdische Kunstwerke dar. Zudem ist der Erfurter Ring ein außergewöhnliches materielles Zeugnis eines historischen Ereignisses, da seine Verbergung direkt mit dem Pogrom vom 21. März 1349 in Verbindung gebracht werden kann. Dieses wunderschöne und exquisit gearbeitete Kunstwerk verdankt seine Überlieferung ausgerechnet einem solch furchtbaren Ereignis, und zeigt, wie widersprüchlich Überlieferungsgeschichte sein kann.
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Über den Autor
- Gebunden
- 449 Seiten
- Erschienen 2019
- Plöger GmbH


