Der Kleine Hauptbahnhof oder Lob des Strichs: Roman (Hubert Fichte, Die Geschichte der Empfindlichkeit)
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Beschreibung
Spielzeit und -ort des Romans ›Der Kleine Hauptbahnhof‹ ist das Hamburg der Jahre 1961 bis 1963. Jäcki lebt wieder in dieser Stadt (wo er vorher war, ist im Roman ›Hotel Garni‹ zu lesen), zieht mit Irma zusammen, lernt, indem er zu publizieren beginnt, den bundesdeutschen Literaturbetrieb kennen: Verleger, Feuilletonchefs, die Gruppe 47, zu deren Tagung in Saulgau er als Gast eingeladen wird; er setzt sich erneut mit seiner Mutter auseinander, leidet unter seinen homosexuellen Liebesgeschichten und wird zum Reporter der »durch Sexualität kaputtgehämmerten« Szene. Bei der Niederschrift dieses Romans sei etwas Merkwürdiges geschehen, berichtete Hubert Fichte nach dem Abschluß der Arbeit: »Als ich ihn schreiben wollte, dachte ich, es würde sich um Figuren oder Personen handeln. Ich merkte dann beim Schreiben, daß die Handelnden in diesem Roman Situationen sein würden: drei Schichten von Situationen, die gegeneinander antreten, und die Psychologie des Einzelnen tritt fast dahinter zurück. Die erste handelnde Figur ist das schwule Hamburg der Jahre 61 bis 63. Das zweite Thema oder die zweite Figur ist das für mich immer wichtiger werdende Problem: Wie lebt ein homosexueller Mann mit einer Frau? Also der Versuch, aus einem Ghetto in einem Ghetto auszubrechen, aus dem Ghetto der Homosexualität und aus dem neuen Ghetto, das die Homosexualität errichtet, nämlich daß man als Homosexueller nicht mit einer Frau zusammenleben solle. Und die dritte Figur, das dritte Agens in diesem Roman, wird die Entwicklung einer literarischen Karriere sein. Es war sehr schwierig, von der Darstellung von Figuren, Personen, die man herkömmlicherweise in einem Roman dargestellt sieht, abzurücken, um diese drei Situationen gegeneinander antreten zu lassen.«
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Über den Autor
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