Di Palma Kugler, Rosa

Matzenspil und Ufrur

Herrschaftliche Praktiken und Ordnungskonflikte in der Landschaft Wallis und der Eidgenossenschaft zu Beginn des 16. Jahrhunderts
Matzenspil und Ufrur

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9783034009331

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Produktdetails mehr
Einband: Gebunden
Seitenzahl: 432
Erschienen: 2008-10-01
Sprache: Deutsch
EAN: 9783034009331
ISBN: 303400933X
Reihe:
Verlag: Chronos Verlag
Gewicht: 664 g
Auflage:
Die weltliche Gewalt der Bischöfe in der Landschaft Wallis geriet im Verlaufe der Jahrhunderte... mehr
Produktinformationen "Matzenspil und Ufrur"
Die weltliche Gewalt der Bischöfe in der Landschaft Wallis geriet im Verlaufe der Jahrhunderte immer wieder in arge Bedrängnis. Während ihnen im 13. und 14. Jahrhundert hauptsächlich der heimische Landadel und das Haus Savoyen das Leben schwer machten, mussten sie sich im 15. und 16. Jahrhundert mit den Landleuten der sieben Zehnden herumschlagen, die mehr Mitspracherechte forderten, was immer wieder zu schweren Unruhen führte; am häufigsten in den Jahren 1494-1516, als die eidgenössischen Orte und ihre Zugewandten sich an den Kriegszügen in Italien beteiligten. In dieser Zeit verbreitete im Wallis ein Symbol Angst und Schrecken: die Matze, ein mannshoher Kolben oder Sparren, in den man die rohen Züge eines Menschen eingeschnitzt hatte. Aus der Sicht der Adressaten symbolisierte die Matze Gewalt und Herrschaftsverlust, aus der Sicht der Aufständischen war sie ein Symbol wider die Herrschaft der Landesfürsten.Unter der Führung des prominenten Georg Supersaxo wurde sie nicht nur gegen Bischof Jost von Silinen (1496) und gegen Matthäus Schiner (1510-1517) erhoben, sondern auch gegen Supersaxo selbst, der 1529 ebenfalls aus dem Lande vertrieben wurde.Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf die einschlägigen Gebiete der Justiz, auf Ordnungsvorstellungen und Herrschaftsansprüche. Sie will weder nach Definitionen für Recht und Unrecht suchen, noch die Justizprozesse neu aufrollen, um irgendwelche Schuldzuweisungen zu machen. Die Bandbreite von möglichen Denk- und Verhaltensmustern in Bezug auf Rechts- und Ordnungsansprüche wird durch einen Vergleich der Klagen und Gegenklagen untersucht, um aus der Verschiedenheit der Aussagen Unterschiede wie Gemeinsamkeiten der Konfliktparteien über rechtliche Ansichten und Praktiken zu erhellen. Die Aussagen und Folgerungen sind weniger als objektive Wahrheiten zu verstehen, sondern vielmehr als Vorstellungen hinsichtlich Weltsichten und Wertemustern der involvierten Parteien.
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