Der Parnass einer Residenz: Dresden und seine Poeten
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Beschreibung
War der Ruf Dresdens stets in seinen Kunstsammlungen begründet, den musikalischen Ereignissen zwischen Johann Adolf Hasse, Carl Maria von Weber und Richard Strauss, dazu in einem Stadtbild, das in einzigartiger Weise mit der Stromlandschaft verbunden ist, so vermochte erst das literarische Wort die Stadt in einer zweiten Wirklichkeit ins Bild zu erheben und damit zu offenbaren, was von ihr erzählenswert ist: ihren Mythos. Günter Jäckel, der sich als Literaturwissenschaftler, auch als Vorsitzender des Dresdner Geschichtsvereins von 1991 bis 1998 und der Ortsvereinigung der Goethe-Gesellschaft Weimar von 1974 bis 1999, seit langem mit dem geistigen Leben der Stadt befasst hat, sucht in 52 Kapiteln dieses Buches den unterschiedlichen Auffassungen derer nachzugehen, die hier gelebt haben oder als Besucher gekommen waren und zwischen Barock und jüngster Vergangenheit die sächsische Residenz, ihr Schicksal, ihre Menschen, ihre Kultur beschrieben haben. Es sind Zeugnisse einer kollektiven Erinnerung, die im Langzeitgedächtnis der Geschichte bewahrt bleiben, zumal nach Auslöschung des historischen Zentrums der Stadt, seiner historischen und geistigen Mitte, in Brand und Tod, und einer zweiten Zerstörung durch Abriss und instinktlose Überbauung. Was aus mehr als vier Jahrhunderten erzählt wird, vermag Fragen zu stellen, auch Antworten bereit zu halten nach dem Wert des Überlieferten. Die Sprache in ihren unterschiedlichen schriftlichen Ausformungen vermochte vieles zu bewahren in Bewunderung und Skepsis, Zuneigung und Ablehnung, Spott und Ergriffenheit; mit Schilderungen von Schönheiten und Dunkelheiten, untertanentreuem Eifer und dem Zorn der Ungehorsamen. Zugleich wird ein Beitrag zum Verständnis der Region versucht, den zeitlichen und sozialen Besonderheiten des Raumes und seiner Bewohner; - nicht als historischer Diskurs, sondern in den subjektiven Spiegelungen der Bewohner und ihrer Gäste. Im Schnittpunkt der Kulturen Europas, des katholischen Südens und des protestantischen Nordens, dem slawischen Osten und dem lateinisch-romanischen Westen, zeigte die Residenz der Kurfürsten und Könige oft ihren Willen zu Versöhnung, Vermittlungen und Kompromissen; friedlich in ihrer Grundverfassung, offen für die Botschaften der Fremde; seit Jahrhunderten verbindet sich Provinzielles mit Weltoffenen. Erst in der Übersicht, der Bündelung von Strömungen und Erscheinungen, den Spannungen von Freund- oder Feindschaften, den individuellen Erlebnissen des Alltags und kollektiven Erfahrungen der Geschichte als Schicksal, in Gemeinsamkeiten und Gegensätzen wird das sichtbar, was hier als Ort der Dichter ein Parnass in der Residenz zu beschreiben ist.
Produktdetails
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Über den Autor
- hardcover
- 2384 Seiten
- Erschienen 1992
- FisicalBook
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- Erschienen 1997
- Seemann
- Kartoniert
- 120 Seiten
- Erschienen 2020
- B & V Verlag
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- Gebunden
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- Erschienen 2018
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