Sopatri Quaestionum Divisio
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Beschreibung
Das Lehrbuch des Sopatros entstand wahrscheinlich gegen Ende des 4. Jh. n. Chr. Es ist eine Sammlung von 82 fiktiven, meist gerichtlichen Streitfallen, wie sie in den antiken Rhetorenschulen bearbeitet wurden. Die Aufgabe der Schuler bestand darin, unter Anleitung des Lehrers für die Streitparteien kontroverse Plädoyers zu entwerfen. Besonders wichtig war dabei, die Streitfalle entsprechend der seit Jahrhunderten stetig verfeinerten Lehre von den Fallkategorien (Stasiklehre) korrekt einzuordnen und demzufolge die jeweils passenden Argumentationspunkte in der richtigen Reihenfolge anzuordnen und auszuarbeiten. Diese Unterrichtspraxis wird im Buch des Sopatros in unterschiedlichen Perspektiven vorgeführt, teils durch theoretische Erörterungen und praktische Anweisungen, teils durch exemplarische Ausarbeitung kürzerer oder längerer Redenteile; das Werk vermittelt uns deshalb anschaulicher als alle anderen erhaltenen rhetorischen Fachschriften der Antike, welche Gegenstande mit welchen Methoden in den Rhetorenschulen gelehrt und gelernt wurden. Bisher war diese einzigartige Quelle für den antiken Rhetorikunterricht praktisch unzugänglich, da eine Übersetzung nicht existierte und der griechische Text nur in einer 1847 erschienenen Edition vorlag, welche die besten Handschriften nicht heranzog und folglich wegen einer Unmenge von Fehlern und Lücken, überdies typographischen Inkonsequenzen und irreführender Interpunktion nahezu unverständlich ist. Durch die neue, von einer Übersetzung begleitete Ausgabe soll erreicht werden, dass die zu Unrecht lange vergessene Schrift des Sopatros auch über engere Fachkreise hinaus zur Kenntnis genommen werden und unser Bild von der antiken Rhetorik bereichern kann. von Weißenberger, Michael
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Über den Autor
Michael Weisenberger studierte seit 1977 Klassische Philologie, vergleichende Sprachwissenschaft und Archäologie an den Universitäten Würzburg und Heidelberg; Staatsexamen Bayern 1983/4; Promotion Düsseldorf 1986; Habilitation Düsseldorf 1994; seit 1998 Professor für Klassische Philologie/Grazistik an der Ernst-Moritz- Arndt-Universität Greifswald - woselbst er, was im Westen niemand versteht und trotz allem, auch bleiben wird.
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