Das Tibetische Totenbuch: Erste vollständige Ausgabe - Mit einleitendem Kommentar des XIV. Dalai Lama
Kurzinformation
inkl. MwSt. Versandinformationen
Artikel zZt. nicht lieferbar
Artikel zZt. nicht lieferbar

Beschreibung
Das "Tibetische Totenbuch", auch bekannt als "Bardo Thödol", ist ein bedeutendes Werk der buddhistischen Literatur, das sich mit den Erfahrungen der Seele zwischen Tod und Wiedergeburt beschäftigt. Diese vollständige Ausgabe, kommentiert vom XIV. Dalai Lama und herausgegeben von Stephan Schuhmacher, bietet eine umfassende Einführung in die tibetische Vorstellung vom Sterbeprozess und dem Übergang ins nächste Leben. Das Buch beschreibt detailliert die verschiedenen Stadien des Bardos, der Zwischenzustände, die die Seele durchläuft. Es dient als spiritueller Leitfaden für Verstorbene und Lebende gleichermaßen, um den Prozess des Todes zu verstehen und bewusst zu erleben. Der Kommentar des Dalai Lama bietet zusätzliche Einblicke in die philosophischen und praktischen Aspekte des Textes, macht ihn zugänglicher für westliche Leser und betont seine Relevanz für spirituelle Praxis im Alltag.
Produktdetails
So garantieren wir Dir zu jeder Zeit Premiumqualität.
Über den Autor
EXCERPT: Bei der Übersetzung eines "östlichen" Textes wie des vorliegenden in eine westliche Sprache bewegt sich ein Übersetzer auf einem gedanklichen Terrain, für das noch keine allgemein anerkannten begrifflichen Landkarten bestehen. Während sich das abendländische Denken seit Jahrhunderten zunehmend auf die Erforschung des materiellen Aspekts der Wirklichkeit durch die Naturwissenschaften spezialisiert hat (was zu einer materialistischen Weltanschauung geführt hat, für die "geistige" oder "Bewusstseins"-Phänomene bloße Epiphänomene materieller Prozesse sind), haben einige östliche Kulturen die Erforschung des Geistes durch introspektive Wissenschaften bis zu einem dem westlichen Denken bisher unbekannten Ausmaß der Spezialisierung vorangetrieben (und hier wird die materielle Welt eher als Epiphänomen geistiger Prozesse verstanden). Für die hochdifferenzierte Terminologie dieser introspektiven Wissenschaften des Geistes gibt es in den westlichen Sprachen oft ebenso wenig "exakte" Entsprechungen wie etwa für die spezielle Terminologie der modernen Physik in östlichen Sprachen. Die westlichen Begriffe, die zur Übersetzung dieser Terminologie herangezogen werden, sind also oft nur grobe Annäherungen an die Bedeutung der Originalbegriffe, die sich in letzter Konsequenz erst durch den Nachvollzug der "Praktiken" dieser Wissenschaft in der eigenen Erfahrung erschließt.Buddhistische Schriften werden erst seit einigen Jahrzehnten in größerem Umfang in westliche Sprachen übersetzt. Viele Übersetzer haben eine eigene Terminologie entwickelt, die sich manchmal erheblich von der anderer Übersetzer unterscheidet. Im deutschen Sprachraum haben sich zudem einige Begriffe aufgrund früher relativ unreflektierter Übersetzungen aus dem Englischen eingebürgert, und die Begrifflichkeit einer deutschen "Dharma-Sprache" ist noch relativ wenig entwickelt. Deshalb bleiben einzelne Termini (auch aufgrund unterschiedlicher Auffassungen verschiedener Schulrichtungen) umstritten.Der Übersetzer der englischen Fassung, auf der die vorliegende deutsche Übersetzung basiert, hat - sicherlich mit Bedacht - eine Terminologie entwickelt, die sich zum Teil von der bereits bekannten Begrifflichkeit anderer Übersetzungen unterscheidet. Da hiermit ganz offensichtlich wichtige Nuancen der Bedeutung der Originalterminologie zum Ausdruck gebracht werden sollen, wurde in der deutschen Übertragung versucht, die Nuancen dieser englischen Terminologie so gut wie möglich wiederzugeben, statt auf bereits bekannte deutsche Übersetzungsvarianten zurückzugreifen. Da Übersetzung immer auch Interpretation ist, bleibt hier allerdings unweigerlich immer auch Spielraum für unterschiedliche Meinungen und Auffassungen.Die Übersetzung zweier für diesen Text ganz wesentlicher Termini soll kurz kommentiert werden. Der erste ist der Begriff "natürlich" (engl. natural). Für das stark dualistisch geprägte abendländische Denken, das zwischen "Geist" und "Natur" einen grundlegenden Unterschied konstruiert, bezeichnet "Natur" im Allgemeinen den materiellen Aspekt der Wirklichkeit, der unabhängig sein soll von den "geistigen" Intentionen des Menschen, der sich in vieler Hinsicht geradezu als Antagonist zur Natur versteht. Wenn man in abendländischer Begrifflichkeit sagt, dass etwas auf "natürliche" Weise geschieht, so meint man damit im Allgemeinen, dass es ohne Einmischung des Menschen mit seinen Intentionen entsprechend den Gesetzen der von der Dimension des "Geistigen" unabhängigen "Natur" geschieht, also etwa entsprechend dem rein mechanistisch verstandenen Naturgesetz von Ursache und Wirkung. Diese Art von "Natürlichkeit" wird in gewissen Zusammenhängen dann wieder romantisch als der einzig "wahre" und "authentische" Aspekt der Wirklichkeit verklärt, womit praktisch ein materialistisches Grundverständnis verstärkt wird.Das, was in westlichen Sprachen mit dem Begriff "natürlich" übersetzt wird, hat in einigen östlichen Sprachen jedoch eine ganz andere Bedeutung: Es bezeichnet etwas, das "von selbst so" ist, ohne jegliche Ursachen und Bedingungen, das "einfach" geschieht oder ist, ohne von etwas Vorhergehendem oder Determinierendem (wie "Naturgesetzen") abhängig zu sein. Es ereignet sich völlig "spontan", und dieser Begriff "spontan" wäre aufgrund des oben Gesagten in diesem Text in vielen Zusammenhängen vielleicht eine treffendere Übersetzung als "natürlich". Da Gyurme Dorje jedoch sowohl die englischen Begriffe "natural" als auch "spontaneous" verwendet, wurde in der deutschen Fassung entsprechend "natürlich" und "spontan" verwendet, wobei der Leser in Erinnerung behalten sollte, dass bei dem Begriff "natürlich" meist auch die oben angesprochene Auffassung von "spontan" mitklingt.Eine von der gewohnten deutschen Terminologie abweichende Übersetzung bedarf vielleicht der Begründung: Der tibetische Begriff drag po'i (engl. wrathful) wird im Deutschen oft mit "zornvoll" oder "zornig" übersetzt. "Zorn" ist im Buddhismus jedoch eines der "Geistesgifte" oder einer der "Unstimmigen Geisteszustände", und wie im Glossar (unter dem Stichwort "Rasende Aktivität") ausgeführt, sollte das Konzept dieser "heftigen" (eine weitere Bedeutung von drag po'i) Energie nicht mit Zorn im Sinne auch nur der geringfügigsten egozentrischen Wut oder Heftigkeit in Verbindung gebracht werden. Gemeint ist eine ungezügelte "aggressive" Qualität, die eine sich ihr in den Weg stellende entsprechende verblendete Qualität zu überwältigen und umzuwandeln vermag. Für diese Art "überwältigender Heftigkeit" bietet sich (auch wenn man sich die entsprechende Ikonografie vor Augen führt) der deutsche Begriff "Raserei" an, weshalb hier die Übersetzung "Rasende Gottheiten" beziehungsweise "Rasende Aktivität" anstelle von "Zornvolle Gottheiten" beziehungsweise "Zornvolle Aktivität" gewählt wurde.Viele tibetische beziehungsweise Sanskrit-Termini des Buddhismus müssen mit mehreren deutschen Begriffen übersetzt werden, meist mit einem durch Adjektive oder Zahlwörter qualifizierten Substantiv (z. B. "Ruhiges Verweilen", "Drei Kostbarkeiten"). Um deutlich zu machen, dass es sich hierbei um einen Fachbegriff handelt (also nicht etwa ein "ruhiges" im Gegensatz zu einem "unruhigen" Verweilen oder "drei" von vielen möglichen "Kostbarkeiten" gemeint sind), wurde auch das Adjektiv beziehungsweise Zahlwort großgeschrieben.Der deutsche Übersetzer ist sich der Begrenztheit seines Verständnisses der überaus tiefgründigen Texte, die hier vorgelegt werden, bewusst, und auch wenn nicht jeder Leser mit allen seinen übersetzerischen Entscheidungen einverstanden sein mag, hofft er, damit doch im Großen und Ganzen einen kleinen Beitrag zur Diskussion um eine deutsche Dharma-Sprache geleistet zu haben.Stephan Schuhmacher Le Montat, FrankreichDanksagungenUnser Projekt begann im Jahre 1988, als S. H. der Dalai Lama so freundlich war anzubieten, S. H. Dilgo Khyentse, das verstorbene Oberhaupt der Nyingma-Schule, zu bitten, mir einen mündlichen Kommentar zu den wichtigsten Passagen des Tibetischen Totenbuchs zu geben. Der Dalai Lama wusste, dass verschiedene Übersetzungen der "Großen Befreiung durch Hören", das in dieser Ausgabe als 11. Kapitel erscheint, erstellt worden sind, dass bisher aber noch keine Übertragung des gesamten Tibetischen Totenbuchs in eine westliche Sprache erschienen ist. Dankenswerterweise kam S. H. Dilgo Khyentse dem Ersuchen des Dalai Lama nach und gab über einen Zeitraum von vier Wochen die Einweihungen sowie einen prägnanten und erhellenden mündlichen Kommentar zu den Kernelementen des Textes, der von Tag zu Tag eloquent von Sogyal Rinpoche übersetzt wurde.
- Gebunden
- 550 Seiten
- Erschienen 2003
- Diamant
- Gebunden
- 351 Seiten
- Erschienen 2021
- Insel Verlag
- paperback
- 199 Seiten
- Erschienen 2006
- C.H.Beck
- paperback
- 432 Seiten
- Erschienen 2002
- Nomos Verlagsgesellschaft
- Hardcover
- 294 Seiten
- Erschienen 2005
- Deutsche Verlags-Anstalt
- Kartoniert
- 416 Seiten
- Erschienen 1992
- Lübbe
- Gebunden
- 376 Seiten
- Erschienen 2008
- Aquamarin Verlag
- Gebunden
- 316 Seiten
- Erschienen 1997
- Edition Rabten
- Kartoniert
- 256 Seiten
- Erschienen 2002
- Lübbe
- paperback
- 352 Seiten
- Erschienen 1994
- Goldmann, München, 1994




