Landschaftsgeschichten
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Beschreibung
Kurzbeschreibung Die Hegauvulkane und die Halbinsel Höri am westlichen Teil des Bodensees gehören zu einer Grenzregion mit besonderer Geschichte. In unmittelbarer Randlage zur Schweiz bilden sie den Hintergrund für ein knappes Dutzend Lebensgeschichten. Sie berichten von dem Landwirt, der gerne Pfarrer geworden wäre, der Staatsanwältin mit ihrer turbulenten Kindheit während des Nationalsozialismus, dem weltberühmten Maler, dem die zum Kotzen schöne Landschaft zum inneren Exil wurde, von dem Polizisten, der beinahe ein Opfer der RAF geworden wäre. Jeder der Protagonisten hat eine Geschichte zu erzählen, die in einem besonderen Bezug zur Landschaft steht. Der Film geht der Vermutung nach, dass die Landschaft eine eigenartige Dynamik des Wegziehens und Zuziehens provoziert und stellt die Frage, was diese Gegend und ihre Mentalität am stärksten geprägt hat. Rezension Menschen vor Landschaften Marcus Welschs großartiger Dokumentarfilm über Höri und Hegau Ein Titel von ergreifender Schlichtheit: Ganz bescheiden Landschaftsgeschichten hat der gebürtige Singener Marcus Welsch seinen zweiten Dokumentarfilm genannt. Genau genommen heißt das Werk Landschafts Geschichten , und das ist Programm, denn um nichts anderes geht es: um Menschen aus dem Hegau und die Geschichten, die sie erzählen; um die Zeitgeschichte, die sich nach und nach wie ein Mosaik aus vielen Bruchstücken zusammensetzt; und um eine der schönsten Gegenden Deutschlands. In seinem Dokumentardebüt über die populäre DDR-Volleyballspielerin Katharina Bullin ( Und ich dachte, ich wär' die Größte ) hatte sich Welsch noch auf eine Hauptfigur konzentriert. Hier sind es gleich neun Personen; und trotzdem hat man nach nicht mal neunzig Minuten das Gefühl, sie alle recht gut kennen gelernt zu haben. Die Auswahl der Gesprächspartner belegt Welschs ausgezeichnetes Gespür. Dass sie viel erlebt und entsprechend viel zu erzählen haben, stand außer Frage; aber er musste sich ja auch sicher sein, dass sie nicht nur ihn, sondern auch ein Publikum faszinieren würden. Allerdings konnte sich der heute in Berlin lebende Filmemacher auf einen Verbündeten verlassen: Ohne den Bodensee würde der Film vermutlich gar nicht funktionieren. Die Aufnahmen der Region sind so prachtvoll, dass die Bildgestaltung ähnlich schlicht ausfällt wie der Titel. Meist ist die Kamera (Axel Schneppat, Stefan Grandinetti) völlig reglos und schaut bloß; Welsch verleiht dem Begriff Stillleben eine ganz neue Bedeutung. Ähnlich sparsam ist der Kommentar. Sachlich, aber in angenehmem Tonfall schildert Sprecher Christoph Köhler, wie die Landschaft rund um Singen mit ihren markanten Bergen während der Eiszeit entstanden ist und wie wandernde Gletscher riesige Findlinge zurückgelassen haben. Die Ausführungen sind nicht nur interessant und informativ, sondern bilden gemeinsam mit dem Seeufer die Bühne für Welschs Protagonisten; und die sind der Grund, warum Landschaftsgeschichten auch ein akustisches Erlebnis ist. Einige der zwei Frauen und sieben Männer genießen eine gewisse durchaus auch überregionale Prominenz, doch das ist nicht entscheidend. Natürlich hat es seinen Reiz, wenn sich Jan Dix an seinen berühmten Vater erinnert; oder wenn Wolfgang Seliger aus erster Hand berichtet, wie er als Polizist im Mai 1977 in Singen die unheilvolle Begegnung mit den Terroristen Verena Becker und Günter Sonnenberg überlebt hat. Bei Welsch firmiert Dix jedoch als Der Einsiedler und Seliger als Der Radsportler , ihre Namen tauchen gar nicht auf. Der Stellenwert der beiden Männer ist nicht größer als der des 87-jährigen Hans Hassler ( Der Pferdeflüsterer ), dessen Erzählungen mit Untertiteln versehen sind, weil ihnen sonst nur die Einheimischen folgen könnten. Welsch wollte mit seinem Film die Wechselwirkungen zwischen einer Landschaft und ihren Bewohnern erforschen. Das klingt ebenso theoretisch wie abstrakt, und auch seine Erläuterung hilft zunächst nicht weiter: Mit dem Blick in die Landschaft verändert sich die Erzählung, und mit den erzäh
Produktdetails
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Über den Autor
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